Von Kitchener nach New York
und kanadischer Ahornsirup

Erlebnisbericht von Laura Rieger, 26. März 2005


Laura aus Berlin macht gerade ein Auslandschuljahr in Kanada. Sie geht zur Rockway High School in Kitchener, Ontario, Kanada.  In den März-Ferien fuhr sie mit ihren Schulfreunden im Bus von Kitchener direkt nach New York.  Ihr Bericht:

Laura (mitte) mit ihren 5 Schulkameraden im Busbahnhof

Wir hatten eine Woche Märzferien an der Rockway High School. Ich bin mit fünf Freunden nach New York gefahren. Das war echt super!! Wir haben einen Greyhound Bus direkt von Kitchener genommen. Der ist von Kitchener über Toronto, Niagra Falls und Baffalo nach NY gefahren. In Bafallo mussten wir über die Grenze in die USA. War aber relativ einfach, mussten nur sechs US Dollar bezahlen, eine Form ausfüllen und Fingerabdrücke machen. Unser Bus ist am Samstagabend um 19.30 von Kitchener losgefahren und am Sonntagmorgen um halb acht waren wir dann in NY.

 

Die ersten Eindrücke von New York

In New York sind wir dann mit einem Taxi in unsere Jugendherberge gefahren- unübertrieben: zwei von drei Autos hier sind Taxis. In unserer Herberge konnten wir erst um 14 Uhr einchecken, wir durften aber unser Gepäck da lassen. Eine Straße entfernt war gleich der Central Park und Sonntagmorgens sind dort echt Horden von Joggern, Spaziergängern und vor allem Hunden unterwegs. Wir hatten jedenfalls Sonnenschein und blauen Himmel- für die gesamte Zeit (sehr angenehm, mal dem Schnee zu entkommen).


Da wir in der Nacht nicht viel geschlafen haben, haben wir uns bei Starbucks erst mal mit Kaffee vollgepumpt. Danach sind wir ein bisschen rumgeschlendert, waren auf diversen Flöhmärkten und Einkaufszentren. Nachdem wir eingecheckt hatten, sind wir noch mal losgezogen (Subway fährt überall und ist total einfach zu nehmen, sowieso, in Manhattan ist ja alles in Avenues und Streets unterteilt: ist ziemlich einfach, sich zurechtzufinden).
Wir waren dann am Time Square und ziemlich erschlagen von den Menschenmassen und Lichtern und überhaupt. Hab ja gedacht, ich wäre ein Großstadtkind, aber das war noch mal ein paar Nummern größer!

Am Abend haben wir einen dieser roten Doppeldeckerbusse genommen und eine Night Sightseeing Tour gemacht. In den nächsten Tagen hatten wir auch immer volles Programm. Wallstreet, Ground Zero, China Town, Little Italy, United Nations (wir haben eine Führung durch alle großen Versammlungsräume gemacht, war sehr beeindruckend; ich wusste davor gar nicht, dass der Platzt, wo das UN Gebäude steht nicht zu den USA gehört, sondern "freies" Land ist).

Dann sind wir natürlich auch nach oben aufs Empire State Building gefahren. Mit all den Lichtern bei Nacht ist das echt ein super Blick. Und was natürlich auch nicht fehlen durfte, war die Freiheitsstatur. Wir sind mit der Fähre zu der kleinen Insel gefahren, haben das Statur-Museum angeschaut (nachdem wir zwei Sicherheitskontrollen passiert hatten) und sind dann auch soweit es ging die Statur hochgeklettert. Ganz nach oben darf man seit dem 11.September wegen Sicherheitsmassnahmen nicht mehr, aber man kann auf der Plattform unter den Füßen stehen.

Zum Abschluss war ich dann noch mit einer Freundin im Central Park joggen, hat irgendwie für uns dazu gehört, um richtig in NY gewesen zu sein. Am Mittwochabend um kurz vor elf sind wir dann auch schon wieder zurückgefahren und waren am Donnerstagmittag in Kitchener.


Dann hatten wir vier Tage Schule bis zum Gründonnerstag, immer mit Fußballtraining nach der Schule. Muss echt noch ne ganze Menge lernen. Wenigstens bin ich einigermaßen gut in Kondition für das Treppen hochspringen, das zum Fußballtraining gehört.

Kanadischer Ahornsirup im Schnee

Gestern war ich auf dem Bauernhof von einer Freundin aus meiner Schule und sie hat mir gezeigt, wie Ahornsirup gemacht wird. Erst mal wird der Saft von den Ahornb äumen abgezapft und kommt in einen großen Tank. Von dort wird er weitergepumpt und gefiltert und dann erhitzt und ungefähr zehn Stunden gekocht, damit das Wasser verdunstet und nur noch ein dickflüssiges, süßes Konzentrat übrig bleibt - Ahornsirup.  War sehr interessant. Wir haben auch ein Feuer gemacht und Würstchen und Brötchen geröstet. In einem Topf haben wir dann Ahornsirup gekocht und als es richtig heiß war und geschäumt hat, haben wir es in den Schnee gekippt und hart werden lassen. Dann konnte man es um ein Stöckchen rollen und sozusagen als Wassereis mit Ahornsirupgeschmack essen. Mal was ganz anderes oder?


Das hab ich echt schon langer nicht erlebt, dass im März noch Schnee liegt und auch immer mal wieder schneit. Wie gestern zum Beispiel oder vorgestern oder am Tag davor. Die Kanadier sagen aber selber, dass dieser Winter besonders lang ist und alle sehnen sich nach Frühling.


Fahrschule und Ostern in Kanada

Meine Fahrstunden laufen auch ganz gut, wenn ich nicht gerade mal wieder rechts und links verwechsle oder das Gaspedal mit der Bremse. Klappt aber immer besser, also, keine Sorge..  Nächste Woche haben wir ein Konzert mit unserem Chor, um Geld für unsren Trip zu verdienen.


Am Ostersonntag kommt die Schwester meiner Gastmutter mit ihrem Mann und Kindern und Enkeln (sie ist 16 Jahre älter als meine Gastsmutter) und feiern Ostern zusammen. Ostern ist hier genau das selbe, wie in Deutschland. Karfreitag ist ein Feiertag und am Ostersonntag gibt es eine Ostersuche für kleine Kinder. Allerdings habe ich hier nicht viele (eigentlich gar keine) Häuser mit Ostereierschmuck etc. gesehen. Manche Leute haben es noch nicht mal geschafft, die Weihnachtsbeleuchtung abzunehmen...

Laura

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Aktualisiert am: 26.03.2005